Psychopolis – Abschied aus L.A.

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Die Episodengeschichte „Psychopolis-Abschied aus L.A.“ von Ian McEwan, erschien 1982 im Diogenes Verlag. Sie wurde aus dem Band „Zwischen den Laken“ (Originalausgabe: „In Between the Sheets„) entnommen.

Der namnlose englische Schriftsteller erzählt von seiner Zeit im narzistischen Los Angeles, die er anfangs als anregend und erfrischend empfand. Nach einigen Monaten erscheint ihm diese Stadt jedoch nur noch verrückt, ihre Bewohner leer und deren Gedanken langweilen ihn zusehends.

„Los Angeles bringt das fertig. Es ist die letzte aller Städte.“

Mit einer verstörenden Fetisch-Fessel-Szene zu Beginn der Story, wird der Protagonist und seine Bekannte Mary, Teilhaberin einer feministischen Buchhandlung, vorgestellt. Abgesehen von George, dem der Laden im unteren Teil des Hauses gehört, welcher sich auf  Partyzubehör und Ausrüstung für Krankenhauszimmer spezialisiert hat und mit dem der Engländer dann und wann etwas trinken geht, spielt auch der zwanghafte Monologist und unglückliche Frauenverehrer Terence eine Rolle im Leben des Schriftstellers.

Es gab lange, sinnlose Tage, an denen ich dachte: Es ist überall gleich auf der Erde. Los Angeles, Kalifornien, die gesamten Vereinigten Staaten schienen mir nur eine sehr dünne, zerbrechliche Kruste zu sein über der grenzenlosen unterirdischen Welt des Gelangweiltseins von mir selber.

Nachdem der Engländer den Entschluss gefasst hatte Los Angeles zu verlassen, lädt ihn George zu einem Abendessen ein. Er solle auch seine Freunde zu der Abschiedsparty mitbringen.

Der Abend des Abschieds

Die Runde kommt freudig zusammen. Doch noch vor dem Essen kippt die Stimmung bei ein paar Glas Wein und es entbrennt eine hitzige Diskussion über Religion, Feminismus, die USA und deren Waffengesetze. Zuletzt artet der Streit in einem vermeintlich gefährlichen russisch Roulette aus. Die Waffe war jedoch nicht geladen, wissentlich dessen, spielt einer der Gäste ein groteskes Verhaltens-Spiel. Der Protagonist ist den Rest der Feier mit seinen Gedanken alleine. Er realisiert den vergangenen Abend und die Nutzlosigkeit der Momente, die noch an ihm vorbei ziehen werden bis er endet. Es sind Dinge geschehen, die das Weltbild des Engländers für immer verändert haben.

Ian McEwan

Der Sohn eines schottischen Arme-Offiziers wurde 1948 in Aldershot, England geboren. Seine Kindheit verbrachte er unter anderem in Singapur, Libyen und Deutschland. Nach seinem Studium der englischen und französischen Philologie in Sussex, begann er zu schreiben. Seine literarisch humorvollen und ironischen Geschichten enthalten stets einen Aspekt der beim Leser lange nachwirkt. Es scheint, dass er als Atheist, eine andere Sichtweise für Gott und die Welt aufbringt und Themen schonungslos ehrlich anspricht.

Alles in Allem– eine ironisch-bizarre Kurzgeschichte, die leider dann endet, wenn man gerade ankommt, die dem Leser jedoch ein prägendes Erlebnis bietet.

Der Untergang des Hauses Usher

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Wie uns Edgar Allan Poe zwischen dämonischer Wahnsinn und Poesie gefangen hält

Edgar Allan Poe’s Meisterwerk Der Untergang des Hauses Usher, das erstmals 1839 im Burton’s Gentleman’s Magazine erschien und 1840 noch einmal überarbeitet in der Sammlung Tales of the Grotesque and Arabesque veröffentlicht wurde, ist nicht nur eine schauerliche, sondern auch eine psychologisch tiefgründige Kurzgeschichte.

Das Haus im Pfuhl

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive eines namenlosen Freundes von Roderick Usher erzählt, welcher seinen erkrankten Freund auf dessen Anwesen besucht. Bereits die gespenstische Umgebung des Hauses Usher, das an einem sumpfartigen See liegt, aus welchem Dämonen aufsteigen und denjenigen holen, der zu lange darauf starrt, lässt den Reiter schaudern.
Seinen, an Geisteskrankheit leidenden Freund und dessen ebenfalls kranke, geheimnisvolle Zwillingsschwester, vorfindend, beschließt er der Bitte nach Gesellschaft nachzukommen und bleibt. Kurz darauf stirbt Lady Madelaine und Roderick bittet seinen Freund ihm bei dem Begräbnis zu helfen.
Während einer Sturmnacht, Tage nach der Bestattung, sitz der Unbekannte Ich-Erzähler am Bett des Nervenleidenden und liest ihm vor. Aufgrund seiner Seelischen Angespanntheit und der zunehmend unheimlichen Geräusche die das Haus erfüllen, gesteht Roderick, seine Schwester lebendig begraben zu haben. Plötzlich erscheint die blutüberströmte Lady Madeleine und wirft sich auf ihren Bruder, der sofort an einem Schock stirbt. Voller Entsetzen flüchtet der Erzähler vom Anwesen und sieht noch wie der ursprünglich kleine Riss in der Hausfassade immer weiter auseinander klafft, bis das Anwesen einstürzt und im Tümpel versinkt.

Das Bedrückende Gefühl

In dieser Erzählung, in der der Leser Realität von Wahnsinn meist nicht zu unterscheiden weiß, setzt Poe viele psychologische und poetische Symbole, die durch seine sprachliche Gewandtheit eine bedrückende und morbide Stimmung erzeugen. Effektvoll inszeniert er viele Leitmotive aus seiner Dichtungstheorie wie Teilung, Vereinigung, Geisteskrankheit, Opiumrausch, das Lebendigbegrabensein und die Wiederauferstehung von (scheinbar) Toten.
Auch die psychische Krankheit von Roderick Usher ist eine Anspielung auf den eigenen geistigen Zustand des Autors, der bekanntlich an einem Nervenleiden litt und mit der Figur des Roderick Usher ein Bild von sich selbst zeichnet.

Die äußerste Spannung wird durch Poes Kompositionsprinzipien erreicht, dass besagt das bereits das erste Wort auf einen Effekt zusteuern muss. So wird die Geschlossenheit der Erzählung dadurch bewirkt, dass Poe einen anfangs ahnungslosen, dann aber immer stärker der Atmosphäre des Grauens erliegenden Erzähler auftreten lässt.

Der Adoptiefsohn eines Kaufmannes, musste seinen Dichterweg ohne finanzielle und emotionale Unterstützung bestreiten. Nach einem abgebrochenen Studium an der Universität Virginia und der Hochzeit mit seiner 13-jährigen Cousine begann er für verschiedene Zeitschriften zu arbeiten. Berühmt wurde er mit dem Gedicht Der Rabe, das 1845 erschien.

Liebhaber der schwarzen Romantik kommen voll und ganz auf ihre Kosten und auch jene die es nicht tun, sollten diesen Literaturklassiker lesen. Der zeitangemessene Schreibstil spricht die höhere Ebene des Literatur-und Textverständnisses an, doch wer bereit ist, sich auf die Sprache einzulassen, erlebt eine anspruchsvolle und spannende Erzählung. Weiterhin lässt die symbolträchtige Erzählung einige Interpretationsweisen zu, die je nach psychologischer Betrachtungsweise viele Parallelen zu Poe selbst und der Zeit in der er lebte zulassen.

Genie und Wahnsinn sind eng verbunden

– Edgar Allan Poe

Er hat sich für seine Kurzgeschichte zwar von E.T.A. Hoffmanns „Das Majorat“ von 1819 inspirieren lassen, jedoch hat er als Kind seiner Zeit, die empfänglich für alles Mysteriöse war, seine eigenen Gedanken und Deutungsweisen eingebracht.

Der Fall des Hauses Usher gehört in jedem Fall zu den Meisterwerken der Literatur.

Die Erzählung ist als gebundene Ausgabe bei Area Verlag zu bestellen oder in der Original Sammlung als Taschenbuch Tales of the Grotesque and Arabesque aus dem Miniature Masterpieces Verlag.

Buch-Cover

Das Mineral aus dem die Erde entstand

Kürzlich fand der Geologe Chi Ma den ältesten Stoff unseres Sonnensystems -“Panguit“ .

Seit dem Jahr 2007 untersuchte der Geologe Chi Ma von der Technischen Hochschule Kalifornien den „Allende-Meteoriten“, der 1969 in Chihuahua/Mexiko einschlug, mit dem Elektronenmikroskop nach unbekannten Stoffen. Insgesamt fand er seither neun neue Stoffe, zu denen auch das nun entdeckte Mineral Panguit gehört.

Panguit ist, laut Ma und seinem Team, eine der ersten festen Verbindungen, die sich bei der Entstehung des Sonnensystems vor rund 4,5 Milliarden Jahren gebildet haben. Chi Ma vermutet das dieses Material unter extremen Temperaturen und Verhältnissen des Solarnebels geformt wurde. Der „Allende-Meteorit“ stammt, laut Wissenschaftlern, aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

Es enthält unteranderem Sauerstoff, Magnesium, Titan, Calcium und Aluminium. Diese Konstellation des Minerals lässt die Forscher darauf schließen, dass es bereits vorhanden war bevor die Erde oder andere Planeten entstanden. Es konnte bisher (Stand: 2012) nur in diesem einen Meteoriten nachgewiesen werden und ist der Wissenschaft daher ein gänzlich unbekanntes Material. Es enthält feuerfeste Minerale die extremen Bedingungen trotzen können, wie solche die existierten als sich unser Sonnensystem formte.

In Anlehnung an dessen frühe Entstehung wurde das Mineral daher nach Pan-Gu benannt. Er war der chinesischen Mythologie nach das erste Lebewesen und trennte mit seiner gigantischen Axt Yin und Yang und erschuf somit Himmel und Erde. Nach seinem Tod entstanden aus seinem Körper die Berge, seine Knochen wurden zu Mineralien und sein Knochenmark zu Diamanten. Sein Atem wurde Wind, seine Stimme Donner, sein linkes Auge die Sonne und sein rechtes der Mond.

 Im Dezember 2010 wurde das Mineral und der gewählte Name „Panguite“ von der Kommission der International Mineralogical Association anerkannt. Das Meteoritenstück liegt nun im „Smithsonian Museum of natural history“ in Washington DC. USA

Pulp Fiction

[ pulp fiction/‘ pəlp/ n. , AE] : Ein Groschenroman der 30er- und 40er Jahre

Mit diesem Lexikoneintrag beginnt Quentin Tarantinos Kultfilm und erzielt somit einen Zusammenhang zu der Struktur des Films. Er ironisiert die gängigen Klischees und wechselt mit hervorragender Kameraführung mehrmals zwischen verschiedenen Zeiten und Handlungssträngen hin und her. Die achronologische Struktur spiegelt den Konsum der Groschenromane wider. „Pulp Fiction“ erreicht durch diesen komplizierten Verschachtelungseffekt einen hohen Grad an Fiktion. Tarantino will auf diese Weise die Künstlichkeit des Kinos bewusst hervorheben.

Los Angeles.

Die beiden Gangster Jules Winnfield und Vincent Vega sind auf dem Weg zu einem Mietshaus um einen Koffer wiederzubeschaffen der dem Gangsterbosse Marsellus Wallace gehört. Sie erschiessen drei der Anwesenden und verlassen daraufhin mit dem einzigen Überlebenden und dem Koffer die Wohnung. Während der Autofahrt schiesst Vincent ausversehen in den Kopf des Kleinganoven.

Nachdem sie die Leiche entsorgt haben fahren sie zu der Bar ihres Bosses. Dort treffen sie auf den Boxer Butch, der von Marsellus angewiesen wird bei seinem nächsten Kampf absichtlich zu verlieren. Marsellus bittet Vincent, seine Frau Mia abends auszuführen. Vincent setzt sich vor dem Rendezvous einen Schuss und Mia zieht sich Kokain. Nach einem Restaurantbesuch bringt Vincent Mia nach Hause. Als dieser kurz auf der Toilette ist, findet Mia das Heroin in seinem Jackett und hält es für Koks. Kurz darauf liegt sie halbtot auf dem Boden. Voller Panik fährt Vincent mit ihr zu seinem Dealer, der ihm eine Adrenalinspritze gibt. Um sie zu retten, rammt er sie in Mias Herz.

Trotz der Abmachung schlägt Butch bei seinem Kampf seinen Gegner tot. Daraufhin wird er von Marsellus gejagt. Kurz darauf begegnet dieser ihm zufällig. Er verfolgt Butch bis in den Laden des Pfandleihers Maynard. Butch verprügelt Marsellus und wird kurz darauf von Maynard bewusstlos geschlagen.

Als beide erwachen finden sie sich angekettet in einem grotesken Sado-Maso Studio wieder. Maynard und sein hinzugekommener Freund, Zed, vergewaltigen den Gangsterboss. Butch kann fliehen, kehrt jedoch um und tötet die beiden Sadisten. Marsellus verspricht, ihn nicht weiter zu verfolgen wenn er aus L.A. verschwindet. Butch kehrt zum Motel zurück und fährt mit seiner Freundin fort.

Poster Travolta und Thurman tanzend

1994 erhielt Quentin Tarantino und Roger Avary (Original Drehbuch) den Oskar.

1995 wurde „Pulp Fiction“ in Cannes mit der „Goldenen Palme“ ausgezeichnet.

Der Film entführt den Zuschauer in eine Welt des chronischen Wahnsinns, in der das Verbrechen erschreckend banal auftritt. So sinnieren die Profikiller während ihrer gleichgültig erledigten „Arbeit“ über Gott und die Welt. Das Leben ist nicht so wichtig, das Sterben auch nicht. Doch lässt uns Tarantino in der Pfandhaus-Szene auch in die Abgründe der Gesellschaft blicken.

Pulp Fiction ist bewusst als Filmkunst wahrzunehmen, nicht als Wiedergabe
einer Realität

– Thieme,S.86

Der Meister und Margarita

Bulgakow, Michail 1966 Der Meister und Margarita, Moskau: Literaturzeitschrift Moskwa

Sie blickte mich verwundert an, und plötzlich, völlig unerwartet, wurde mir bewußt, daß ich diese Frau mein Leben lang geliebt hatte!

Was sich zuerst anhört wie eine Liebesgeschichte ist, bei näherer Betrachtung, ein satirischer Roman der sich gegen die starre Bürokratie der atheistischen Sowjetunion der dreißiger Jahre richtet.

Der Teufel selbst stattet dem korrupten und heuchlerischen Moskau einen Besuch ab und verbreitet auf höchst galante und einfallsreiche Weise Chaos unter den Einwohnern und zeigt ihnen ihre Gier nach Geld und Macht auf.

Der Fremde, der sich Voland nennt, ist stets von zwei Begleitern umgeben und lässt,  getarnt als Varieté Künstler, Rubelscheine regnen. Geldgierig stürzt sich das Moskauer Publikum darauf. Doch alsbald müssen diese entdecken, dass sich der unverhoffte Reichtum in Papierschnitzel oder in streng verbotene Dollarscheine verwandelt hat. Mit solchen und anderen Taten macht er die durch ideologische Gängelung verrohte und demoralisierte sowjetischen Gesellschaft deutlich.

Einzig der namenlose Schriftsteller, genannt Meister, und seine Geliebte Margarita werden von ihm verschont.Die beiden verbindet eine heimliche und unglückliche Liebe, da Margarita verheiratet ist. Als der Meister eines Tages verschwindet scheint die Liebe verloren…daraufhin schließt  Margarita einen Pakt mit dem Teufel um ihren Liebsten zu retten. Voland bringt die beiden Liebenden, gegen Ende des Romans, für immer in einer Welt im Jenseits zusammen.

Zum ersten Mal steht man auf der Seite des Teufels.

Ein wichtiger Bestandteil von Bulgakows Werk ist der vom Meister verfasste Passions-Romans über Pontius Pilatus und Jesus der als Roman im Roman eingeschoben ist. So behandelt Bulgakow in verschlüsselter Form das, was in der Teufelsgeschichte ausgespart bleibt: die Mechanismen von politischer Herrschaft und Terror.

Bulgakow weist in seinem Roman deutlich auf die Goethsche Tragödie hin, indem er, allem voran, ein allseits bekanntes Zitat als Motto stellt:

Nun gut wer bist du denn?-

Ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft

Auch inhaltlich sind viele Parallelen zu erkennen, so steht beispielsweise der verbrannte Pilatus-Roman für die Aufgabe an der Faust zerbrach oder der Pakt zwischen Margarita und Voland, wie der von Faust mit Mephisto.

Das vielschichtige Hauptwerk von Michail Bulgakow, der einer der wenigen Opponenten in der Stalinzeit war, vereint mehrere Stilhaltungen und Problemstellungen. Es ist nicht nur eine fantastische Geschichte und beißende Zeitsatire, sondern auch eine philosophische Parabel über das Wesen von Gut und Böse, über menschliche Schwächen, die Macht der Kunst und die Ohnmacht des Künstlers.

In Maichail Bulgakows herausragendem Werk wird die künstlerische Kraft und die von ihm ausgehende Faszination so beeindruckend übermittelt, das er auch noch in vielen Jahren ein bedeutender Klassiker der Modernen sein wird.

Farm der Tiere

— von George Orwell

Der Roman ist eine geschickt versteckte Parabel auf die Geschichte der Sowjetunion in der Zeit der Oktoberrevolution und der darauffolgenden Stalinherrschaft. Orwell paraphrasiert hier die Entwicklung des Sozialismus / des Kommunismus in den Stalinismus.

Die Tiere einer englischen Farm lehnen sich gegen ihren Besitzer auf, da dieser sie ausbeutet und vernachlässigt. Zu Beginn leben die Tiere noch in Frieden, dies ändert sich jedoch, als die Schweine eine Gewaltherrschaft beginnen die um einiges schlimmer ist als die vorherige.

Da dieses Werk 1945 erschienen ist, ist folgender Interpretationsgedanke festzuhalten:

  • der Farmer wird als Zar Nikolaus II. gesehen
  • die Farmer der benachbarten Höfe stehen für die USA, GB und das Dritte Reich
  • die Schweine spiegeln die Bolschewisten wider und die Pferde sind eine Allegorie für das drei Klassen System

Orwells Vorwort, das sich kritisch gegen die britische Regierung und deren Alliierten Russland äußert,wurde in den meisten Ausgaben zensiert. Das wohl bekannteste Zitat daraus, das unteranderem die Meinungsfreiheit aufgreift, lautet:

Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen

Demian – Die Geschichte von Emil Sinclairs

— von Hermann Hesse

Ein überaus bedeutender Roman der in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg spielt, jedoch ist er weder langweilig noch etwas für „Denkfaule“, denn nur bei genauerer Betrachtung lässt sich die Einzigartigkeit und Besonderheit dieser Geschichte erkennen.

Unter anderem kommt die Chaos-Theorie von C.G. Jung zum Vorschein die einen psychoanalytischen Blickwinkel aufwirft und sich mit der Frage des Selbsfindens beschäftigt.

Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist    die Welt. Wer geboren werden will,muß eine   Welt zerstören. Der Vogel fliegt zu Gott.

          Der Gott heißt Abraxas.

Emil Sinclairs erfährt von seinem undurchschaubaren Jugendfreund, dass in jedem Menschen Gut und Böse schlummert und zeigt ihm am Beispiel des Abraxas, ein Gott der zugleich Engel und Satan,Gut und Schlecht ist, wie man beide Hälften in sich vereint.